Wenn Sekunden entscheiden: Krankenwagen im Wettlauf gegen die Zeit!

Wer heute schnelle medizinische Hilfe benötigt, wählt die 112 und wird innerhalb kürzester Zeit vom Rettungsdienst versorgt. Doch was machte man vor rund 150 Jahren? Entdecken Sie die faszinierende Geschichte des Krankentransports per Fahrzeug.

Am Anfang war die einachsige Rädertrage „Handmarie“

Die Geschichte des bodengebundenen Rettungsdienstes zu Fuß oder auf Rädern beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts. Immer mehr Städte gingen dazu über, ein Krankentransportwesen aufzubauen und so kamen ab den 1870er Jahren die sogenannten Rädertragen auf. Dies waren Krankentragen, die man auf ein Untergestell mit zwei großen Speichenrädern aufsetzte. Ein Heilgehilfe schob, der zweite zog die Trage, die man liebevoll „Handmarie“ nannte.

Der Krankentransport per Sanitätskutsche

Bei der Rädertrage schützte man die Patienten vor Wetter und neugierigen Blicken mit einem Segeltuchverdeck. Dann begannen um die Jahrhundertwende die ersten Krankenkutschen mit einem „Ein-PS-Hafermotor“ über die Kopfsteinpflaster zu rumpeln – ein Transport, der für die Patienten nur zu oft zur Qual wurde. Zu ihrer Bedienung waren ein Kutscher und zwei Krankenpfleger vorgesehen, wie es damals im Amtsdeutsch hieß.

Die ersten motorisierten Krankenwagen

Ab 1905 setzte die Motorisierung ein und brachte die Indienststellung vieler motorisierter Krankenkraftwagen mit sich. Wo sich ursprünglich anno 1886 Sanitätsdienst und Helfer mit nichts anderem beschäftigten als der Bergung und Betreuung von Verwundeten, veränderte sich das Rettungswegen vor allem dahin, Kranke in die Kliniken zu transportieren. Heute werden Patienten schon vor Ort professionell versorgt, ihre Vitalfunktionen aufrechterhalten und sie dann bei Bedarf in die Klinik gebracht.

Die Kriegsjahre

Nach dem Ersten Weltkrieg erweiterte sich die Fahrzeugpalette um verschiedene Krankenwagen-Typen auf Fahrgestellen von Opel, Adler, Phänomen und Mercedes-Benz. In den dreißiger Jahren wurde ein einheitliches Sanitätsauto für das Rote Kreuz entwickelt. In ihrer technischen Ausführung richtungweisend waren damals die Fahrzeuge auf Fahrgestellen von DKW F 8, Mercedes-Benz 170 V und Opel Blitz aus der Schmiede des Karosserieherstellers Miesen in Bonn.

Aus gängigen Personenkraftwagen werden Krankenwagen

Ingenieuren und Experten gelang es ab Mitte der dreißiger Jahre, Pkws wie Opel Admiral, VW Käfer oder Ford Taunus zu Krankentransportfahrzeugen umzubauen. Patentierte Entwicklungen wie die Ein-Tragen-Einrichtung aus Einheitstrage, Schwenkbühne und Plattform waren dazu nötig. Später kamen Aufbauten auf der Basis von Modellen wie VW T1, Olympia Rekord mit Pontonkarosserie, Opel Blitz, BWW 502, Tempo Matador oder Mercedes-Benz V 170 hinzu.

Städtische Krankenwagen im Wandel der Zeit

Am Beispiel der Hansestadt Hamburg lässt sich die Entwicklung praktisch nachzeichnen: Hier begann man 1946 mit einem Krankenwagen Mercedes-Benz 170 V und setzte 1950 den Unfallwagen Opel Blitz ein. In den 50er-Jahren kam der Kastenwagen-Krankentransporter Tempo Matador 1400 zum Einsatz oder auch VW-Bullis T1. In den 1960ern folgten Aufbauten Mercedes-Benz 190 c und 1990 auf Mercedes-Benz 310 D.

Moderne Rettungsmobilität 2016

Mit den Fertigungsmöglichkeiten nahmen auch die technischen Details im Krankenwagen zu. So wurde die Desinfektion des Fahrzeugs nach einem Einsatz erleichtert, Liege-Trage-Sessel entwickelt oder Schwebetische, die mittels spezieller vertikaler und horizontaler Federung Straßenunebenheiten ausgleichen. Heute sind Krankenwagen hochspezialisierte Fahrzeuge nach Maß: vom Baby-Intensiv-Transport bis hin zum Schwerstlast-Rettungswagen mit Krankentragen für bis zu 400 Kilogramm Traglast.

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